Gib nicht auf, kleiner Esel
Kaum ertönten die ersten Klänge auf dem E-Piano und Peter Baumann begann dazu zu singen, verstummte das angeregte Geplauder in der Kirche. Auch die Kleinsten warteten ganz gespannt, was auf sie zukommen würde. Der festlich geschmückte Christbaum leuchtete verheissungsvoll.
Schon bald nach der Begrüssung durch Pfarrerin Tünde Basler-Zsebesi durften sie einer Geschichte lauschen. Packend erzählte die Leiterin Hildegard Berger vom kleinen Esel, der bei seinem bösen Meister ein hartes Leben hatte. Er musste schwere Lasten tragen, und wenn seine kurzen Beine zu wenig schnell vorwärtskamen, wurde er geschlagen. Wenigstens bekam er genug Futter. Er liebte seine gefüllte Futterkrippe – bis auch diese eines Tages verschwunden war. Aus dem Holzeimer schmeckte das Fressen nur halb so gut. Durch Geräusche aufmerksam geworden, blickte der Esel durch eine Öffnung in den Nebenraum. Da stand ja seine Futterkrippe! Darin lag ein neugeborenes Kind, das ihm zulächelte, daneben seine Eltern. Er erlebte mit, wie Hirten das Kind besuchten, und dann geschah sein Weihnachtswunder: Josef kaufte den kleinen Esel. Jetzt durfte er Maria und das Jesuskind tragen, niemand schimpfte mehr mit ihm oder schlug ihn. Mit Jesus unterwegs zu sein bedeutet für ihn ein neues, gutes Leben.
Die Pfarrerin wies darauf hin, dass in der Geschichte keine Engel vorgekommen waren, obwohl sie doch zu Weihnachten gehören. Vielleicht, so meinte sie, seien sie schon dabei gewesen, aber nicht in schönen weissen Kleidern, sondern in alltäglichen Arbeitskleidern, wie sie uns auch in unserem Alltag begegnen …
Nachdem die Kinder zwei Weihnachtslieder engagiert und lebendig vorgetragen hatten, durften sie ihre Geschenke entgegennehmen. Leiterin Bettina Sturzenegger wies aufs Friedenslicht hin, das in alle Stuben hineinleuchten soll. Mit einem Gebet und Weihnachtsliedern endete der feierliche Gottesdienst, und reich beschenkt machten sich Jung und Alt auf den Heimweg.
Bernadette Oberholzer

