Sommerferien der Evangelischen Kirchgemeinde Dussnang-Bichelsee
Für die diesjährigen Sommerferien reisten 35 Seniorinnen und Senioren der evangelischen Kirche Dussnang-Bichelsee über die Landesgrenze ostwärts. Ziel war Fieberbrunn im Tirol.
Nachdem man vor einem Jahr einige Tage im französischsprachigen Landesteil der Schweiz, genauer im Waadtländer Jura, verbracht hatte, konnte diesmal wieder Deutsch gesprochen werden. Allerdings nicht unbedingt Dialekt. Im modernen Car von Thurtal Reisen reiste die Gesellschaft über Vorarlberg und Allgäu Richtung München. Im originellen Restaurant Alpvilla in Buchloe konnten sich die Teilnehmenden mit einem leckeren Mittagessen für den Rest der Fahrt ins Tirol stärken. Am späten Nachmittag traf man im Hotel Alte Post in Fieberbrunn ein.
Fieberbrunn ist eine Marktgemeinde mit knapp 4600 Einwohnern und liegt im Gerichtsbezirk Kitzbühel. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1156, damals Pramau genannt. Der Legende nach verweist der heutige Name auf die Tiroler Landesfürstin Margarete Maultasch, die an Fieber litt, von diesem aber geheilt wurde, als sie aus der Schwefelquelle am Brunnen unterhalb der jetzigen Kirche trank. Heute ist Fieberbrunn aufgrund seiner Schneesicherheit ein beliebter Wintersportort, weist aber auch eine gute Mischung aus Handels- und Gewerbetrieben auf.
Schifffahrt und Festungsbesichtigung
Den ersten Ausflug unternahm die Hinterthurgauer Reisegruppe nach Zell am See. Die Schifffahrt auf dem 4,55 Quadratkilometer grossen Zeller See, der 70 Meter tief ist, brachte willkommene Abkühlung. Bei der Besichtigung des rund 10’000 Einwohner zählenden Städtchens kam man dann schon ins Schwitzen. Staunend beobachtete man die vielen Frauen in Kopftüchern und langen Mänteln. Zell am See ist vor allem bei Arabern ein beliebtes Reiseziel. Lust auf Neues? Ein Coupe mit Mozartkugeln kühlte wunderbar.
Das Ausflugsziel am Mittwoch darf sich rühmen, in einem Lied besungen zu werden. Der Inn bei Kufstein präsentierte sich allerdings eher braun denn grün. Über der Stadt mit ihren gut 20’000 Einwohnern thront eine markante Festung. Das Bollwerk mit seiner mehr als 800-jährigen Geschichte ist imposant und bietet zudem eine gute Aussicht über Kufstein und seine Umgebung. Leider kollidierte eine Teilnehmerin auf dem Rückweg zum Car mit einem Radfahrer. Beide mussten ins Spital eingeliefert werden. Die Thurgauerin konnte zwar am Abend wieder zur Gruppe zurückkehren, war aber für den Rest der Ferien stark handicapiert.
Rundsicht und deftige Jause
Der letzte Tag im Tirol hielt für die Reisegesellschaft aus dem Tannzapfenland gewissermassen einen Höhenflug bereit. Die Gondelbahn transportierte sie von Ellmau aus auf den 1555 Meter hohen Hartkaiser (auch Hartkaser genannt), Teil der Bergkette Wilder Kaiser. Der Berg beherbergt ein Spielparadies für Kinder. Diesem Alter sind die Gäste aus dem Thurgau schon längst entwachsen. Sie genossen eher die Aussicht oder eine Erfrischung im Restaurant.
Wer auf dem Berg nicht nur trank, sondern auch ass, sah sich im Tal unten mit einer Herausforderung konfrontiert. Am schönen Pillersee stellte das Personal einer hübschen Beiz sehr reichlich gefüllte Teller auf die Holztische. Eine Jause bedeutet in Österreich eine kleine Zwischenmahlzeit. Wobei klein ein dehnbarer Begriff ist. Viel Fleisch, Käse und Brot sorgten hie und da für Stirnrunzeln. Und wohl bei allen für ein Gefühl der Sättigung. Da war es fast ein Glück, dass im Hotel am Abend ein Büffet angeboten wurde, mit Einblick in die Hotelküche. Da konnte Mann oder Frau die Portion selber bestimmen.
Zum Schluss der Arlbergpass
Schwupps, schon war es wieder Freitag. Der Tag der Heimfahrt. Das Hotelpersonal liess es sich nicht nehmen, die Gäste aus der Schweiz vor dem Hotel zu verabschieden. Der Hotelbesitzer formulierte es so: «Kommen Sie gesund – wieder zu uns.» Um die Mittagszeit erreichte man Innsbruck, die fast 133’000 Einwohner zählende Hauptstadt Tirols. Zwischen Häuserzeilen und Touristen war es brutal heiss, so dass männiglich eine schattige Gaststätte aufsuchte. Der Aufenthalt dauerte ja auch nicht allzu lange.
Zwischen Tirol und Vorarlberg baut sich der Arlberg auf. Der wurde auf der alten Passstrasse überquert. Gewissermassen als Dessert dieser interessanten Ferien. Am späten Nachmittag trafen die Teilnehmenden an ihren Wohnorten ein.
Abgesehen von dem unerfreulichen Zwischenfall in Kufstein und der teilweise grossen Hitze waren es fünf erlebnisreiche Tage, in denen viele eine ihnen vielleicht noch wenig bekannte Region kennenlernten. Das Personal des Hotels Alte Post in Fieberbrunn war aufmerksam und freundlich. Organisierte gar noch ein Fest mit Gauklern und Musik am Dienstagabend und ein Platzkonzert einer Blaskapelle am Donnerstagabend. Oder war das einfach Zufall?
Erstmals dabei war Pfarrerin Tünde Basler. Sie lud jeweils zwischen Frühstück und Ausflugsstart zu einer kurzen Andacht im Hotel ein, was von recht vielen Teilnehmenden geschätzt wurde.
Albert Büchi




